Dringend notwendige Reform der Filmförderkonzepte

Fre, 23.07.2010

Pressemitteilung vom 23.07.2010

 

Stellungnahme der “IG der unabhängigen Schweizer Filmproduzenten” zur Medienmitteilung der Eidgenössischen Filmkommission (EFiK) vom 21. Juli 2010 

Die IG der unabhängigen Schweizer Filmproduzenten (www.independentproducers.ch) begrüsst und unterstützt die von der EFiK vorgeschlagene Vorgehensweise. Die im Dezember 2009 vom Bundesamt für Kultur initiierte und breit abgestützte Arbeitsgruppen-Diskussion über die Reform der Filmförderkonzepte 2012-2015 darf nicht sang- und klanglos abgebrochen werden. Vielmehr sollen die Erkenntnisse dieser hochkarätig besetzten Arbeitsgruppen nach einer ersten Branchenvernehmlassung dazu beitragen, die dringend notwendige Revision der Filmförderkonzepte baldmöglichst zu einem Abschluss zu bringen. Die IG ist der Ansicht, dass die EFiK das geeignete, repräsentative und auch legitime Organ ist, um in Zusammenarbeit mit der Sektion Film des Bundesamts für Kultur den Vorschlag für die neuen Filmförderkonzepte zu formulieren.

 

Als aktive Produzenten von Filmen wie “Grounding”, “Vitus” oder “Home” möchten wir so bald wie möglich wieder unsere volle Energie in unsere Filme investieren und nicht in filmpolitische Grabenkämpfe. Wir erwarten jetzt deshalb von den politisch Zuständigen eine zügige Ausarbeitung und Umsetzung von zeitgemässen Filmförderkonzepten, die auf die schwerwiegenden und akuten strukturellen Probleme der Filmbranche in der Schweiz eingehen.



Wir verlangen konkrete Lösungsvorschläge, welche die (Eigen)-Verantwortlichkeit der verschiedenen Akteure stärkt und die Qualität der Filme anhand objektiver Kriterien belohnt. Während heute insgesamt 90% der vorhandenen Mittel für neue Filmprojekte von Kommissionen und vergleichbaren Entscheidungsgremien aufgrund von Dossiers und Versprechungen verteilt werden, wird lediglich ein Anteil von 10% aufgrund des kulturellen oder kommerziellen Erfolgs vergeben. Das entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen einer erfolgreichen Filmförderung und muss deshalb so schnell wie möglich geändert werden.

 

Damit wieder die Filme im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen und nicht die Filmpolitik.